Ohne Anschluss an die Telematikinfrastruktur läuft in einer Kassenpraxis heute nichts. Doch die klassische Konnektor-Box wird gerade durch das TI-Gateway abgelöst. Wir ordnen die zugelassenen Anbieter und die beiden Modelle ein und zeigen, was Sie als Gründer:in wirklich brauchen — neutral, ohne Panikmache und ohne Ihnen selbst Technik zu verkaufen. Ziel ist Orientierung, nicht Verkauf.
Es gibt nicht die eine beste TI-Lösung, aber es gibt einen klaren Trend: weg von der einzelnen Konnektor-Box in der Praxis, hin zum TI-Gateway, bei dem der Konnektor als sogenannter Highspeed-Konnektor im Rechenzentrum läuft (TI 2.0 bzw. „TI-as-a-Service"). Für eine Neugründung ist das oft der einfachere Weg, weil weniger Hardware vor Ort steht. Wichtig ist vor allem, dass alle Komponenten von der gematik zugelassen sind und rechtzeitig bestellt werden.
Zugelassene Konnektor- und TI-Gateway-Produkte sowie die Pflicht-Bausteine für den TI-Anschluss nebeneinander. Sachangaben nach öffentlicher Recherche (Stand 08/2026), die Spalte „Bewertung" ist unsere redaktionelle Einschätzung je Anbieter.
| Anbieter | Kernfunktion | Für wen | Besonderheit | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| CGM KoCoBox MED+CompuGroup Medical · Box-Konnektor (TI 1.0) | Klassischer Hardware-Konnektor (Box) in der Praxis; bindet die Primärsysteme sicher an die TI an | Praxen mit bestehender Box-Installation oder wer (noch) lokale Hardware bevorzugt | Erster gematik-zugelassener eHealth-Konnektor; aktuelle Generation ist ECC-fähig | ★★★★★ |
| RISE TI-GatewayRISE · TI-as-a-Service (Highspeed-Konnektor im RZ) | Softwarebasierter TI-Zugang ohne lokale Box; der Konnektor läuft im Rechenzentrum des Anbieters | Neugründungen und Praxen, die keine Hardware und keine Wartung vor Ort wollen | Nach Anbieter- und Fachpresse-Angaben erstes von der gematik zugelassenes TI-Gateway (2024) | ★★★★★ |
| secunet TI-Gatewaysecunet AG · Highspeedkonnektor 2.0 (mit Worldline) | Zentraler, hochperformanter TI-Zugang ohne lokale Konnektoren (Rechenzentrumskonnektor) | Einrichtungen, die auf einen etablierten Konnektor-Hersteller mit Marktführerrolle setzen | gematik-Zulassung für den Highspeedkonnektor 2.0 sowie Anbieterzulassung für das TI-Gateway | ★★★★★ |
| VPN-ZugangsdienstPflicht-Baustein · oft im Paket enthalten | Gesicherter VPN-Zugang der Praxis in die TI — vergleichbar einem Internet-Zugangsanbieter | Jede Praxis; bei Box-Konnektor separat, bei TI-Gateway meist Teil des Gesamtpakets | Muss gematik-zugelassen sein; wird häufig zusammen mit Konnektor oder Gateway angeboten | |
| SMC-B & eHBAPraxisausweis + elektronischer Heilberufsausweis | Karten zur Authentifizierung: Ohne SMC-B keine TI-Anmeldung, ohne eHBA keine qualifizierte Signatur | Jede neue Praxis und jede/r behandelnde Ärzt:in bzw. Zahnärzt:in | Rechtzeitig beantragen — die Ausgabe braucht Vorlauf; Generation 2.0 muss ECC-fähig sein |
Redaktionelle Einschätzung: Die Sterne sind eine Bewertung der Redaktion von Meine Eigene Praxis nach den genannten Kriterien. Reine Infrastruktur-Bausteine (Pflicht-Hardware, Zugangsdienste, Sammelkategorien) kennzeichnen wir bewusst mit „kein Rating", weil sie sich nicht sinnvoll mit Sternen bewerten lassen. Wo belastbare Studien fehlen, beruht die Einschätzung auf öffentlich beschriebenen Eigenschaften. Wie wir bewerten, steht in unserer Methodik. Angaben Stand 08/2026. Andere Erfahrungen sind möglich.
Der TI-Anschluss ist kein einzelnes Gerät, sondern ein Bündel aus Karten, Zugang und Technik. Diese vier Bausteine gehören zusammen — planen Sie den Vorlauf früh ein.
Der Praxisausweis (SMC-B) meldet Ihre Praxis an der TI an, der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) ermöglicht persönliche Signaturen (z. B. eAU, eRezept). Beide brauchen Vorlauf bei der Ausgabestelle — früh beantragen.
Entweder eine Konnektor-Box in der Praxis (TI 1.0) oder ein TI-Gateway, bei dem der Konnektor im Rechenzentrum liegt (TI 2.0). Für Neugründungen ist das TI-Gateway oft praktischer, weil keine eigene Hardware gewartet werden muss.
Der VPN-Zugangsdienst stellt die gesicherte Leitung in die TI her. Er muss gematik-zugelassen sein und wird meist zusammen mit dem Konnektor oder im TI-Gateway-Paket bereitgestellt.
Ein eHealth-Kartenterminal liest die elektronische Gesundheitskarte ein. Alles läuft über Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) — achten Sie darauf, dass Software und Konnektor/Gateway sauber zusammenspielen.
Welche Komponenten für Ihre Fachrichtung Pflicht sind und wie die Anbindung abläuft, sagt Ihnen verbindlich Ihre Kassenärztliche bzw. Kassenzahnärztliche Vereinigung. Weil die TI mit sensiblen Patientendaten arbeitet, lohnt auch ein Blick in unsere Datenschutz-Hinweise und in den Gründungs-Leitfaden.
Die Technik wechselt gerade die Generation. Wer neu gründet, muss keine alte Hardware weiternutzen und kann die Entscheidung bewusst treffen.
Hintergrund: Ältere, nur-RSA-fähige Konnektoren sowie SMC-B- und eHBA-Karten mussten grundsätzlich Ende 2025 abgelöst werden, mit Übergangsfristen für die ECC-Migration in 2026. Verbindliche Fristen und förderfähige Komponenten nennt die gematik bzw. Ihre KV/KZV; die laufenden Kosten deckt die monatliche TI-Pauschale ab. Mehr zum Gründungsablauf im Gründungs-Leitfaden 2026.
Diesen Vergleich gibt es ganz ohne Verkauf: Über Konnektor, TI-Gateway und Karten entscheiden Sie mit Anbieter, KV/KZV und IT-Dienstleister. Wenn die Praxis läuft, kommt der Teil, den wir übernehmen: Website, lokale Sichtbarkeit, Bewertungen und Ihre eigene Praxis-KI.
Öffentlich zugängliche Anbieter- und gematik-Informationen (Stand 08/2026).
Anbieter:
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