Businessplan-Vorlage für Ihre Praxis
Bank-taugliche Struktur in acht Bausteinen mit Leitfragen und Zahlengerüst — überzeugt Kapitalgeber und dient Ihnen selbst als Fahrplan.
Die Executive Summary ist die kompakte Zusammenfassung ganz oben — oft das Erste, das ein Bankprüfer wirklich liest. Sie fasst Vorhaben, Person, Markt und Kapitalbedarf auf höchstens einer Seite zusammen. Schreiben Sie sie zuletzt, wenn alle anderen Bausteine stehen.
- Vorhaben in drei Sätzen: Was gründen oder übernehmen Sie, für wen, mit welchem Ziel?
- Gründungsform: Neugründung, Übernahme oder Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG/MVZ)?
- Standort in einem Satz: Wo und warum dort?
- Wunschtermin für Start bzw. Übernahme.
- Kapitalbedarf grob: Wie viel Kapital brauchen Sie insgesamt (Investition + Betriebsmittel)?
- Alleinstellung: Warum kommen Patient:innen zu Ihnen und nicht zur Praxis nebenan?
Banken finanzieren Menschen, nicht nur Tabellen. Hier zeigen Sie Ihre fachliche und Ihre unternehmerische Eignung. Machen Sie deutlich, dass Sie das Vorhaben tragen können — und wer Sie dabei ergänzt.
- Qualifikationen & Nachweise: Approbation/Berufserlaubnis, Facharzt-/Fachkundenachweise, Zusatzqualifikationen.
- Fachliche Schwerpunkte und relevante Berufserfahrung.
- Unternehmerische Erfahrung: Führung, Abrechnung, Praxisorganisation, betriebswirtschaftliches Grundwissen.
- Ergänzende Kompetenzen: Wer schließt Lücken — Steuerberatung, Bank, Gründungsberatung, Team?
Dieser Baustein belegt, dass es Nachfrage gibt und dass Sie Ihren Markt kennen. Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe, den Bedarf und das Wettbewerbsumfeld nachvollziehbar. Je konkreter, desto glaubwürdiger werden später Ihre Umsatzannahmen.
- Zielgruppe: Wer sind Ihre Patient:innen (Alter, Bedürfnisse, Region)?
- Bedarf & Trends: Wie groß ist der Bedarf und wie entwickelt er sich?
- Wettbewerb: Wie ist die Versorgungssituation vor Ort — Über-, Unter- oder Normalversorgung?
- Bedarfsplanung: Ist sie für Ihr Vorhaben relevant (Kassensitz/Nachbesetzung)?
- Privat-/Selbstzahleranteil: Wie hoch planen Sie ihn ein?
Der Standort bestimmt Einzugsgebiet und Patientenpotenzial und ist damit eine der wichtigsten Weichenstellungen. Begründen Sie Ihre Wahl mit Fakten zu Lage, Erreichbarkeit und Objekt. Vergleichen Sie mehrere Objekte, bevor Sie sich festlegen.
- Standortwahl: Warum gerade dieser Standort?
- Einzugsgebiet & Sozialstruktur: Wer wohnt und arbeitet im Umkreis?
- Erreichbarkeit & Barrierefreiheit: ÖPNV, Parken, barrierefreier Zugang.
- Objektkonditionen & Umbaubedarf: Fläche, Zuschnitt, Miete/Kauf, Investition in den Umbau.
Hier beschreiben Sie, was Sie anbieten und womit Sie Umsatz erzielen. Ordnen Sie Ihr Leistungsspektrum nach Kassen- und Privatleistungen und benennen Sie Ihre Schwerpunkte. Die Kapazität begründet später, welche Umsätze überhaupt möglich sind.
- Leistungsspektrum: Welche Leistungen bieten Sie an?
- Kassen vs. privat: Wie teilt sich das Angebot auf Kassenleistungen, Privat-/IGeL- und Selbstzahlerleistungen auf?
- Kapazität: Wie viele Behandler:innen, Räume, Stühle bzw. Geräte stehen zur Verfügung?
- Ausbaustufen: Womit starten Sie, was kommt später dazu?
Auch die beste Praxis braucht Patient:innen, die sie finden. Zeigen Sie, wie Sie sichtbar werden — online wie über Zuweiser. Ein realistisches Budget gehört dazu.
- Auffindbarkeit: Wie werden Sie gefunden — lokale SEO, Google-Unternehmensprofil, Bewertungen?
- Website: barrierefrei nach BFSG, mit Pflichtangaben und Online-Terminbuchung?
- Zuweiser & Netzwerk: Wie bauen Sie Zuweiser- und Recall-Strukturen auf?
- Budget: Welches Marketing-Budget planen Sie (einmalig und laufend)?
Der Finanzteil ist das Herzstück für Bank und Förderstelle. Er besteht aus vier Rechenwerken: dem Investitionsplan (was kostet der Start?), der Finanzierung (woher kommt das Kapital?), der Rentabilitätsvorschau (trägt sich die Praxis in den ersten Jahren?) und dem Liquiditätsplan (bleibt Monat für Monat genug Geld auf dem Konto?). Alle Zahlen unten sind Ausfüllfelder — belegen Sie sie mit Angeboten und lassen Sie sie von Steuerberatung und Bank prüfen.
- Investitionsbedarf vollständig erfasst und mit Angeboten hinterlegt?
- Finanzierung geklärt (Eigenkapital, Bankdarlehen, Förderung, Leasing)?
- Rentabilitätsvorschau über die ersten drei Jahre gerechnet?
- Liquiditätsplan: bleibt der Kontostand in der Anlaufphase jederzeit positiv?
- Kapitaldienst & Privatentnahme berücksichtigt?
Tabelle A — Investitions- & Kapitalbedarf
| Position | Betrag (€) |
|---|---|
| Praxisumbau / Einbauten | |
| Medizintechnik & Geräte | |
| Behandlungseinrichtung / Mobiliar | |
| IT & Praxisverwaltungssystem (PVS) | |
| TI-Ausstattung | |
| Erstausstattung / Verbrauchsmaterial | |
| Warenlager | |
| Gründungsnebenkosten (Beratung, Notar, Gebühren) | |
| Marketing / Website | |
| Liquiditätsreserve / Betriebsmittel | |
| Summe |
Tabelle B — Finanzierung
| Quelle | Betrag (€) | Konditionen / Laufzeit |
|---|---|---|
| Eigenkapital | ||
| Bankdarlehen | ||
| Förderdarlehen (z. B. KfW — Konditionen bei Bank prüfen) | ||
| Leasing | ||
| Summe |
- Tragfähigkeit und Kapitaldienstfähigkeit — deckt der Ertrag Zins, Tilgung und Privatentnahme?
- Eigenkapitalquote und Höhe des eingebrachten Eigenkapitals.
- Plausibilität der Umsatzannahmen — nachvollziehbar hergeleitet statt zu optimistisch.
- Sicherheiten für das Darlehen.
- Persönliche und fachliche Qualifikation der Gründerin bzw. des Gründers.
Der Anhang liefert die Belege zu allem, was Sie im Plan behaupten. Er macht Ihr Vorhaben prüfbar und spart im Bankgespräch Rückfragen. Legen Sie alle Nachweise geordnet bei.
- Lebenslauf (tabellarisch, aktuell).
- Qualifikationsnachweise: Approbation/Berufserlaubnis, Facharzt-/Fachkundenachweise.
- Mietvertrag bzw. Mietvertragsentwurf.
- Angebote zu Geräten, Umbau, IT und Einrichtung.
- Businessplan-Zahlen: Investition, Finanzierung, Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplan.
- Standortanalyse zum Einzugsgebiet.